Der Kölner Regierungspräsident Hans Peter Lindlar zog in Bottrop-Kirchhellen eine erste Bilanz der Höhenvermessung 2010 im Ruhrgebiet. Das Leitnivellement Ruhrgebiet wird turnusmäßig alle zwei Jahre nach Ostern innerhalb von ungefähr sechs Wochen durchgeführt. Die Bezirksregierung Köln, Abteilung 7 – Geobasis NRW – ist seit der Eingliederung des ehemaligen Landesvermessungsamtes für die Vermessungsangelegenheiten in Nordrhein-Westfalen und somit auch für die Höhenmessungen im Ruhrgebiet zuständig. Bei den Arbeiten handelt es sich um präzise Höhenmessungen, die die bereits vorhandenen Daten des Höhenfestpunktfeldes der Region aktualisieren und verdichten. Die Höhenfestpunkte, auch Nivellementpunkte (NivP) genannt, bilden die Grundlage für die Eintragung von Höhenangaben und die Darstellung von Geländeerhebungen in Landkarten und Lageplänen aller Art.
Nach Abschluss der Höhenmessungen werden die Daten in einem aufwändigen Verfahren in der Bezirksregierung Köln aufbereitet. Die Informationen dienen zum Beispiel als Basis für das „Grubenbild“, mit dem die ermittelten Bodenbewegungen im Revier festgehalten werden. 2010 waren unter der Federführung der Bezirksregierung Köln und der Bezirksregierung Arnsberg insgesamt 22 Stellen am Leitnivellement beteiligt: die Bezirksregierungen Köln und Arnsberg, 15 Kreise und Städte, die Ruhrkohle AG, der Landesbetrieb Straßen NRW in Hagen, das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich, die Emschergenossenschaft und das RWE Westfalen-Weser. Insgesamt haben 37 Messtrupps die Höhenmessungen vorgenommen.
Eine erste Sichtung der Messdaten ergab, dass sich zum Beispiel der Mauerbolzen am Kirchturm in Kirchhellen auf einer Höhe von 59,85 m über der Normalhöhennull-Fläche (NHN) befindet. Die Höhe hat sich damit seit 1976 um minus 26 cm geändert. Die größte Senkung zwischen 2008 und 2010 beträgt 1,24 m auf der Strecke Kirchhellen – Dinslaken. Im Allgemeinen sind aber die Senkungsbeträge im Ruhrgebiet rückläufig. In letzter Zeit werden auch geringe Hebungen im Raum Waltrop und im Raum Bönen festgestellt. Ursache dafür ist das langsame Ansteigen des Grundwasserspiegels in stillgelegten Kohlegruben. Die verfügbaren Geobasisdaten stellt die Bezirksregierung Köln auch im Internet unter
http://www.tim-online.nrw.de zur Verfügung.
26.07.2010 - AVN
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